Geschäftsbericht 2019 der Volksbank Raiffeisenbank Nordoberpfalz eG

Das sind wir

Vorstandsbericht

Das Geschäftsjahr 2019 - Bericht des Vorstandes

Entwicklung der bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken

Das Geschäftsjahr 2019 der bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken war von Wachstum geprägt. Vor allem die Kreditnachfrage entwickelte sich trotz der konjunkturellen Abkühlung positiv. Das Volumen der ausgereichten Kredite legte um 6,3 % auf knapp 109 Milliarden Euro zu. Damit erreichten die Genossenschaftsbanken ein neues Rekordniveau. Die Kundengelder wuchsen um 5 % auf rund 137 Milliarden Euro an. Die addierte Bilanzsumme der 227 Kreditinstitute belief sich zum 31.12. auf ca. 176 Milliarden Euro. Trotz des anhaltenden Niedrigzinsumfeldes konnte die Kapitalquote weiter gesteigert werden. Die bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken zählen damit weiterhin zu den stabilsten Banken Europas.

Erfolgreicher Geschäftsverlauf 2019

Wir freuen uns über eine weitere Stärkung unserer Marktposition. Getragen von einer nachhaltigen Ausweitung im Kundengeschäft stieg unsere Bilanzsumme um 234 Mio. Euro auf 3.174 Mio. Euro. Dies entspricht einer Steigerung von 8,0 %.

Im Warengeschäft erzielten wir an 7 Standorten einen Jahresumsatz von gut 50 Mio. Euro (+ 0,6 %). Dürrebedingte Einbußen im Argrarbereich konnten durch die starke Nachfrage bei Baustoffen und der Umsatzsteigerung bei Brennstoffen und im Reifencenter kompensiert werden. 2019 standen Immobilien hoch im Kurs. Die City Immobilien GmbH, unsere 100%ige-Tochtergesellschaft für Immobilienvermittlungen, verzeichnete mit Umsatzerlösen von 1,9 Mio. Euro und einem verbrieften Kaufpreisvolumen von über 35 Mio. Euro ein neues Rekordjahr. Die Nachfrage ist mit 2.700 Suchaufträgen ungebrochen hoch. Das betreute bilanzielle und außerbilanzielle Kundenvolumen erhöhte sich um 489,5 Mio. Euro (+8,6 %) auf 6.214 Mio. Euro

Kundeneinlagen

Die bilanziellen Kundeneinlagen wuchsen um 151 Mio. Euro (+6,8 %) auf 2.375 Mio. Euro an. Besonders stark stiegen wieder die täglich fälligen Einlagen. Der Grund dafür ist sicher auch, dass Kunden in Zeiten niedriger Zinsen kurzfristige Anlagen bevorzugen. Wir sind dankbar für das Vertrauen, das uns die Kunden mit der Anlage ihrer Gelder entgegenbringen. Das Einlagenwachstum ermöglicht es uns, Kredite in und für unsere Region zu vergeben.

Kreditgeschäft


Die Entwicklung der Nordoberpfalz durch qualitativ gutes Kreditgeschäft nachhaltig zu fördern und zu unterstützen, liegt uns sehr am Herzen. Das bilanzielle Kreditvolumen wuchs um überdurchschnittliche 8,6 % auf rund 2.146 Mio. Euro. 3.745 Kredite mit einem Volumen von mehr als 540 Mio. Euro haben wir in 2019 ausgereicht. Größten Wert legen wir auf eine individuelle, dem Einzelfall gerecht werdende Beratung. So konnten wir über 300 Förderkredite mit einem Volumen von ca. 42 Mio. Euro für unseren Mittelstand, Existenzgründer, Umweltvorhaben und den privaten Wohnungsbau an unsere Kunden weiterleiten. 2.300 Baufinanzierungen haben wir begleitet. In Tschechien konnten wir, wie in den Vorjahren, ein überproportionales Kreditwachstum verzeichnen. Zum 31.12. hatten wir ein Kreditvolumen von 135,7 Mio. Euro im Bestand. Dies entspricht einer Steigerung von19 % gegenüber dem Vorjahr.

Dienstleistungsgeschäft

Die Zinsen bleiben niedrig und eine Wende ist nicht in Sicht. Gleichzeitig erleben wir nervöse, volatile Märkte als Spiegel der politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten. Es ist unser Auftrag, unseren Kunden mit professioneller, genossenschaftlicher Beratung zu helfen, sich bei niedrigsten Zinsen und bestehender Inflation gegen einen Kaufkraftverlust zu schützen. Durch eine ausgewogene Aufteilung des Vermögens in verschiedene Anlageklassen werden Schwankungen ausgeglichen und Risiken minimiert. Die Kunden schätzen unseren Rat auch im Vermittlungsgeschäft. Das Volumen im Wertpapier- und Fondsgeschäft erhöhte sich um 97 Mio. Euro (+17,3 %) auf über 658 Mio. Euro.
Regelmäßiges Sparen in Fonds erfreute sich auch 2019 großer Beliebtheit. 4.562 neue Fondssparpläne (+25,3 %) auf 22.592 belegen dies. Die Rückkaufswerte bei Versicherungen stiegen um rund 30 Mio. Euro + 10,2 %) auf über 321 Mio. Euro. Mit der Angebotspalette der renommierten Versicherungsgesellschaften Allianz, DBV, R+V, SDK und der Versicherungskammer Bayern zählen wir zu den größten Versicherungsanbietern in der gesamten Oberpfalz. Das Bausparvertragsvolumen bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall erhöhte sich um gut 46 Mio. Euro (+ 5,0 %) auf über 977 Mio. Euro.  Die Diversität der Geschäftsfelder hilft der Volksbank Raiffeisenbank Nordoberpfalz, Erträge in einem unruhigen Marktumfeld zu stabilisieren.

Investitionen

Jedes Jahr investieren wir in unsere Infrastruktur. Im Mittelpunkt standen 2019 die Modernisierungen der Service- und Beratungsbereiche in Eschenbach und Pressath, unsere neu gestaltete Filiale in Floß, der Neubau eines zur Vermietung vorgesehenen Wohn- und Geschäftshauses in Neustadt sowie der Ausbau und Modernisierung der technischen Ausstattung der Gesamtbank. Mit dem Start des NOC in Weiden eröffnete auch die WerkBank, eine für Präsentationen und Multimediaauftritte geeignete, hochwertig gestaltete, Aktionsfläche, die unser Leistungsangebot erlebbar macht.

Wir verstehen uns als universelle Regionalbank, die für alle Nordoberpfälzer, privat und gewerblich, passende Lösungen bietet. Das gilt auch für die Zugangswege. Es ist die Entscheidung des Kunden, ob er mit uns persönlich und/oder digital in Kontakt treten will. Seit Dezember 2019 können wir mit „VRe@sy“ auch über PC und Telefon hochwertige Beratungen durchführen, von der Vermögensberatung bis zur Baufinanzierung. Bereits jetzt nehmen viele Mitglieder und Kunden dieses Angebot wahr.

Personal

Den Wert eines Unternehmens machen die Menschen aus, die darin arbeiten und der Geist, mit dem sie es tun. Damit wir unseren Ansprü-chen und den Belangen unserer Mitglieder und Kunden gerecht werden, brauchen wir gut ausgebildete Mitarbeiter. Wir haben 2019 über 450.000 Euro in die Fort- und Weiterbildung investiert. Zum 31.12.2019 beschäftigten wir insgesamt 691 Mitarbeiter (103 davon im Warenbereich und 51 in Tschechien) und 39 Auszubildende in 7 Ausbildungsberufen. Dies entspricht einer Ausbildungsquote von 6,1 %.

Mitglieder

Die genossenschaftliche Idee so aktuell ist wie eh und je. In 2019 konn-ten wir 1.385 neue Mitglieder bei uns begrüßen. Damit haben wir einen neuen Höchstwert (47.114) beim Mitgliederstand erreicht. Dies ist für uns Bestätigung für die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit unseren Kunden. Die Summe der Geschäftsguthaben lag Ende Dezember bei über 76 Mio. Euro.

Vermögenslage und Risikomanagement

Das kontrollierte Eingehen von Risiken ist ein elementarer Bestandteil des Bankgeschäftes. Unsere Risikosteuerungs- und Controllingprozesse sind darauf ausgerichtet, frühzeitig mögliche Risiken zu identifizieren. Wir entwickeln unsere Instrumente stetig weiter, um die steigenden Anforderungen der Aufsicht zu erfüllen und der wachsenden Komplexität adäquat zu begegnen.

Wir konnten jederzeit alle gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Grundsätze und Vorgaben an die Eigenkapital- und Liquditätsausstattung einhalten. Die Vermögens- und Finanzlage unserer Bank ist geordnet. Besonders wichtig ist für uns die stetige Erhöhung des Eigenkapitals und damit unserer Risikotragfähigkeit. Eine adäquate Eigenkapitalaus-stattung ist Voraussetzung, damit wir unsere Kunden nachhaltig und umfassend begleiten können. Zum Bilanzstichtag 31.12.2019 belief sich unser bilanzielles Eigenkapital auf 321,789 Mio. Euro.

Gewinn- und Verlustrechnung

Durch die ultra-lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank bleiben die Leitzinsen auf historisch niedrigen Niveau. Damit bleibt der Druck auf die Zinsspanne hoch. Dank der starken Nachfrage nach Investitions- und Baufinanzierungskrediten konnten wir im Geschäftsjahr den Anteil des Kundenkreditgeschäfts, gemessen an der Bilanzsumme, auf 67,63 % ausbauen und damit die Zinsspanne konstant halten. Die Provisionserträge konnten wir um ca. 1,4 Mio. Euro steigern, auch weil alternative Anlageprodukte zum klassischen Tages- und Festgeld für den Vermögensschutz immer wichtiger werden. Der Anteil der Verwaltungsaufwendungen an der Jahresdurchschnittsbilanzsumme ist von 1,56 % auf 1,53 % gesunken. Das gute Jahresergebnis führt zu Steuerzahlungen in Höhe von ca. 7,7 Mio. Euro. Die anteilige Gewerbesteuer beträgt ingesamt 3,5 Mio. Euro und kommt den Gemeinden zugute, in denen wir Geschäftsstellen betreiben.

Gewinnverwendung

Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2019 weisen wir einen Jahresüberschuss in Höhe von 3.059.437,98 Euro aus.

davon Vorwegzuweisung in die gesetzliche Rücklage    500.000,00 Euro
davon Vorwegzuweisung in andere Rücklagen             404.799,49 Euro

Es verbleibt ein Bilanzgewinn in Höhe von 2.154.638,49 Euro.

In Übereinstimmung mit dem Aufsichtsrat schlägt der Vorstand der Vertreterversammlung folgende Gewinnverwendung vor:

2,25 % Dividende                                                   1.586.616,40 Euro
weitere Zuweisung in andere Ergebnisrücklagen         568.022,09 Euro

Voraussetzung für die Gewinnverwendung ist die Zustimmung der Vertreterversammlung.

Ausblick

Insgesamt erwarten wir für 2020 ein zwar leicht rückläufiges, aber dennoch zufriedenstellendes Ergebnis. Die Folgen der Corona-Pandemie werden auch wirtschaftliche Auswirkungen auf regionale Unternehmen und Privatkunden haben. Im Zusammenhang mit der inzwischen entstandenen Ausnahmesituation sind die Prognosen mit erheblichen Unwägbarkeiten belegt. Wir begleiten unsere Kunden aktiv durch die Krise. Qualitativ hochwertige Beratungsleistungen sind dabei um so wichtiger. Mit unserem Filialnetz, den umfassenden Angebot für Firmen- und Gewerbekunden und unserem neuen medialen Beratung „VRe@sy“ sind wir dafür gut aufgestellt.

Weiden, im Juni 2020
Der Vorstand

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Rückblick auf das Geschäftsjahr 2019

Jahresbilanz zum 31.12.2019 inklusive GuV

Information des Aufsichtsrates

Liebe Mitglieder,
sehr geehrte Kunden und Geschäftspartner,


der Aufsichtsrat hat im Berichtszeitraum die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben erfüllt. Er nahm seine Überwachungsfunktion wahr und fasste die in seinen Zuständigkeitsbereich fallenden Beschlüsse, dies beinhaltet auch die Befassung mit der Prüfung nach § 53 GenG.

Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers überwacht. Insbesondere beinhaltete die Überprüfung, dass keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen von Personen, die das Ergebnis der Prüfung beeinflussen können, erbracht wurden. Bei zulässigen Nichtprüfungsleistungen lagen die erforderlichen Genehmigungen vor.

Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat in neun Sitzungen über die Geschäftsentwicklung, die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, das Kreditgeschäft, die Risikosituation, die Gesamtbankstrategie sowie über besondere Ereignisse.

Den Jahresabschluss und den Lagebericht hat der Aufsichtsrat geprüft und in Ordnung befunden. Der Aufsichtsrat hat aufgrund der derzeitigen besonderen Situation gemäß § 3 Absatz 3 des Gesetzes über Maßnahmen im Gesellschafts-, Genossenschafts-, Vereins-, Stiftungs- und Wohneigentumsrecht zur Bekämpfung der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie in seiner Sitzung am 17.06.2020 den Jahresabschluss zum 31.12.2019 festgestellt.

Der vorliegende Jahresabschluss 2019 mit Lagebericht wird vom Genossenschaftsverband Bayern e.V. geprüft. Über das Ergebnis wird in der Vertreterversammlung berichtet. Der Ergebnisverwendungsbeschluss bzw. der Beschluss über die Zahlung einer Dividende erfolgen in der Vertreterversammlung am 04.11.2020. Der Aufsichtsrat wird der Vertreterversammlung empfehlen, die im Anhang vorgeschlagene Verwendung des Jahresüberschusses zu beschließen. Gleichwohl beobachtet der Aufsichtsrat die aktuellen Auswirkungen der Corona-Krise und die damit einhergehende Erwartungshaltung der Aufsicht in Bezug auf die Auszahlung von Dividenden. Daher behält es sich der Aufsichtsrat vor, zum Zeitpunkt der Beschlussfassung seine Entscheidung unter Abwägung der dann vorlie-genden Informationen zu bewerten.

Durch Ablauf der Wahlzeit gemäß § 24 Abs. 3 der Satzung scheiden in diesem Jahr aus dem Aufsichtsrat aus:
Herr Josef Kürner (Aufsichtsratsvorsitzender)
Herr Winfried Hecht (stv. Aufsichtsratsvors.)
Herr Josef Schwägerl (stv. Aufsichtsratsvors.)
Frau Liane Birner
Herr Manfred Lehner
Herr Herbert Preisinger

Herr Josef Kürner stellt sich nach über 29 Jahren aktiver Mitarbeit im Aufsichtsrat, davon 19 Jahre als Aufsichtsratsvorsitzender, nicht mehr zur Wiederwahl zur Verfügung. Frau Liane Birner ist wegen Erreichens der Altersgrenze nicht wieder wählbar. Die Wiederwahl der Herren Winfried Hecht, Josef Schwägerl, Manfred Lehner und Herbert Preisinger ist zulässig und wird der Vertreterversammlung vorgeschlagen. Der Aufsichtsrat schlägt der Vertreterversammlung Frau Marion Forster und Herrn Anton Braun zur Wahl als neue Mitglieder in den Aufsichtsrat vor.

Der Aufsichtsrat spricht dem Vorstand und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie dem Betriebsrat seinen Dank für die geleistete Arbeit aus.

Der Aufsichtsrat