Geschäftsbericht 2020 der Volksbank Raiffeisenbank Nordoberpfalz eG

Das sind wir

Vorstandsbericht

Das Geschäftsjahr 2020 - Bericht des Vorstandes

Bayerns Volksbanken und Raiffeisenbanken bestehen Corona-Stresstest


Die 222 Volksbanken und Raiffeisenbanken in Bayern haben den Corona-Stresstest bestanden und sind gut durch das Geschäftsjahr 2020 gekommen. Dem coronabedingten Wirtschaftseinbruch zum Trotz blieb das Gesamtbetriebsergebnis (operatives Ergebnis) mit 1,5 Milliarden Euro nahezu stabil. Nach Risikovorsorge und Wertberichtigung erwirtschafteten die Banken ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von rund 1,4 Milliarden Euro. Sowohl bei aufgenommenen Kundengeldern als auch den ausgereichten Krediten verzeichneten die bayerischen Genossenschaftsbanken eine deutliche Zunahme. Zum hohen Kreditwachstum trug die Vergabe von Krediten im Zuge der Bekämpfung der Corona- Folgen maßgeblich bei. Neben Darlehen auf das eigene Kreditbuch vergaben die Institute 2020 rund 7.000 Förderkredite im Volumen von mehr als 1,8 Milliarden Euro. Zudem sicherten die bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken die kurzfristige Liquidität ihrer Kunden durch Stundungen.

 

Erfolgreicher Geschäftsverlauf 2020

Wir sind mit dem Geschäftsverlauf 2020 zufrieden. Trotz der Unwägbarkeiten aus der Covid-Krise konnten wir unsere Marktposition festigen. Der unerwartet hohe Zugang an Kundeneinlagen und die im Zusammenhang mit der Pandemie ausgereichten Förderkredite führten zu einem sehr hohen Bilanzwachstum. Unsere Bilanzsumme erhöhte sich um 361 Millionen Euro auf 3,535 Milliarden Euro. Sie stieg damit um 11,4 %.

Im Warengeschäft erzielten wir an unseren Standorten einen Jahres- umsatz von knapp 50 Millionen Euro (- 0,7 %). Den Absatz unserer Mischfuttermittel aus eigener Herstellung konnten wir genauso steigern. Im Bereich der Baustoffe erzielten wir ein Umsatzplus von 10,6 %. Hier spürten wir - auch pandemiebedingt – eine merklich gestiegene Nachfrage von Hauseigentümern.

Immobilien stehen nach wie vor hoch im Kurs. Die City Immobilien GmbH, unsere 100%ige Tochtergesellschaft, erreichte mit einem verbrieften Kaufpreisvolumen von 31,9 Millionen Euro und einem Umsatz von 1,81 Millionen Euro fast die Zahlen des Rekordjahres 2019. Mit un- seren zertifizierten Gutachtern haben wir 60 Energieausweise für die Objekte unserer Kunden erstellt. Das bilanzielle und außerbilanzielle Kundenvolumen, das wir für unsere Mitglieder und Kunden betreuen dürfen, erhöhte sich um 511 Millionen auf 6,75 Milliarden Euro (+ 8,2 %).

 

Kundeneinlagen

Unsere genossenschaftliche Beratung erfährt großen Zuspruch. Die Entwicklung der Kundeneinlagen übertraf unsere Prognose deutlich. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase fragen unsere Kunden vor allem kurzfristige Anlageformen nach. Unser Einlagenbestand erhöhte sich um 10,0 %.

 

Kreditgeschäft

Die Entwicklung des Kreditgeschäftes hat mit einer Steigerungsrate von 5,3 % unsere Erwartung leicht übertroffen. Besonders am Herzen lag uns in 2020 die aktive Begleitung unserer Kunden „durch die Pandemie“. So haben wir letztes Jahr 789 (Vorjahr 300) Förderkredite mit einem Volumen von 142 Millionen Euro (Vorjahr 42 Millionen Euro) be- arbeitet und ausbezahlt. Das Neugeschäftsvolumen belief sich 2020 auf 575 Millionen Euro. Die Nachfrage nach unserer Kreditexpertise war in Tschechien wieder besonders hoch (+ 18,4 %). Wir betreuen dort jetzt ein Kreditvolumen von über 160 Millionen Euro. Akute und laten- te Risiken im Kreditgeschäft sind in voller Höhe durch Einzelwertberichtigungen und Vorsorgereserven abgeschirmt. Auf die Vermeidung von strukturellen Risikokonzentrationen legen wir großen Wert.

 

Dienstleistungsgeschäft

Die Zinsen sind, wie erwartet, niedrig geblieben. Gleichzeitig erleben wir volatile Märkte als Spiegel der politischen und wirtschaftlichen Un- sicherheiten. Die Corona-Pandemie hat diese Nervosität verstärkt. Es ist unser Auftrag, unsere Kunden mit professioneller, genossenschaftlicher Beratung zu unterstützen. Durch eine ausgewogene Streuung des Vermögens in verschiedene Anlageklassen werden Schwankungen ausgeglichen und Risiken reduziert. Das Volumen im Wertpapier- und Fondsgeschäft erhöhte sich um 84 Millionen Euro (+ 12,9 %) auf 743 Millionen Euro. Besonderer Beliebtheit erfreute sich wieder das regel- mäßige Sparen in Fondsanlagen. 3.458 neue Fondssparpläne belegen dies. Die Rückkaufswerte bei den Versicherungen stiegen um 27 Millionen Euro auf über 348 Millionen Euro (+ 8,4 %). Mit der Angebotspa- lette der renommierten Versicherungsgesellschaften R+V, Allianz, Versicherungskammer Bayern, SDK und der DBV zählen wir zu den größten Versicherungsanbietern in der gesamten Oberpfalz. Neben unseren eigenen Darlehen beraten wir unsere Kunden auch zu den Finanzierungslösungen der Münchener Hypothekenbank, der DZ Hypothekenbank und der Bausparkasse Schwäbisch Hall. So ist der Darlehens- bestand bei den drei Verbundunternehmen um ca. 54 Millionen Euro angewachsen (+ 15,4 %).

 

Investitionen

Jedes Jahr investieren wir in unsere Infrastruktur. Neben der Moderni- sierung unserer Geschäftsstelle in Pressath und den Räumlichkeiten für unseren Bereich Firmenkunden in Mitterteich lag der Schwerpunkt unserer Investitionen 2020 in der laufenden Anpassung unserer technischen Ausstattung. Um den Herausforderungen der Corona-Krise gerecht zu werden, haben wir den Ausbau mobiler Arbeitsplätze noch schneller vorgenommen. Viele unserer Kundenberater*innen haben inzwischen alle technischen Voraussetzungen, um ihre Kunden persönlich oder digital qualifiziert zu beraten. Unsere Kunden können individuell und von Fall zu Fall entscheiden, über welchen Weg sie unser Angebot in Anspruch nehmen. Damit können wir die Nähe einer Regionalbank mit der Schnelligkeit und Flexibilität zum Nutzen unserer Kunden und Mitglieder verbinden.

 

Personal

Den Wert eines Unternehmens machen die Menschen aus, die darin arbeiten. Gut ausgebildete Mitarbeiter sind das Herzstück unserer Genossenschaft. Wir haben 2020 in die Weiterbildung unserer Mitarbeiter über 400.000 Euro investiert. Zum 31.12.2020 beschäftigten wir 676 Mitarbeiter (108 davon im Warenbereich, 51 in Tschechien und 38 Nachwuchskräfte in 7 Ausbildungsberufen).

 

Mitglieder

Die genossenschaftliche Idee ist die Basis unserer täglichen Arbeit. Unsere Mitgliederzahl hat sich weiter auf nun 47.220 erhöht. Die Summe der Geschäftsguthaben lag Ende Dezember bei 85,3 Millionen Euro.

 

Vermögenslage und Risikomanagement

Das kontrollierte Eingehen von Risiken ist ein elementarer Bestandteil des Bankgeschäftes. Unsere Risikosteuerungs- und Controllingprozesse sind darauf ausgerichtet, mögliche Risiken frühzeitig zu identifizie- ren. Wir entwickeln unsere Instrumente stetig weiter, um die steigenden Anforderungen der Aufsicht zu erfüllen und der wachsenden Komplexität adäquat zu begegnen. Wir konnten jederzeit alle gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Grundsätze und Vorgaben an die Eigenkapital- und Liquiditätsausstattung einhalten. Die Vermögens- und Finanzlage unserer Genossenschaft ist geordnet. Besonders wichtig ist für uns die Stärkung des Eigenkapitals und damit unserer Risikotragfähigkeit. So können wir unsere Kunden nachhaltig und umfassend begleiten. Zum Bilanzstichtag 31.12.2020 belief sich unser bilanzielles Eigenkapital auf 337,89 Millionen Euro.

 

Gewinn- und Verlustrechnung

 

Durch die niedrigen Zinsen bleibt der Druck auf die Zinsspanne hoch. Mit der Steigerung bei den Provisionserlösen um knapp 1 Million Euro konnten wir den Rückgang im Zinsüberschuss teilweise kompensieren. Der Anteil der Verwaltungsaufwendungen ist von 1,52 % auf 1,41 % gesunken. Insgesamt ist der Jahresüberschuss gegenüber dem Vorjahr gesunken. Die Entwicklung der Ertragslage entspricht im Wesentlichen unserer Prognose. Sie ermöglicht eine angemessene Dotierung der Rücklagen und die Ausschüttung einer deutlich über dem Kapitalmarktzins liegenden Dividende von zwei Prozent. Unser Ergebnis bringt Steuerzahlungen in Höhe von ca. 8,5 Millionen Euro mit sich. Damit stärken wir unsere Region und die Gemeinden, in denen wir Geschäftsstellen betreiben.

 

Gewinnverwendung

Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2020 weisen wir einen Jahresüberschuss in Höhe von 2.789.418,33 Euro aus.

davon Vorwegzuweisung in die gesetzliche Rücklage       

 500.000,00 Euro

davon Vorwegzuweisung in andere Rücklagen                            

427.218,55 Euro

Es verbleibt ein Bilanzgewinn in Höhe von 1.862.199,78 Euro.

In Übereinstimmung mit dem Aufsichtsrat schlägt der Vorstand der Vertreterversammlung folgende Gewinnverwendung vor:

 

2,00 % Dividende                                                               

1.632.130,99 Euro

weitere Zuweisung in andere Ergebnisrücklagen                   

230.068,79 Euro

Voraussetzung für die Gewinnverwendung ist die Zustimmung der Vertreterversammlung.

 

Ausblick

Wir rechnen auf der Grundlage unserer Prognose mit einem unverändert niedrigen Zinsniveau. Wir erwarten einen weiteren Rückgang unserer Zinsspanne, aber dennoch einen stabilen Zinsüberschuss. Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft wird neben der regionalen Wirtschaftslage auch durch die noch ungewissen Auswirkungen der Corona-Pandemie beeinflusst werden. Die bankaufsichtsrechtlichen Anforderungen werden wir auch 2021 einhalten. Insgesamt erwarten wir ein leicht rückläufiges, aber dennoch zufriedenstellendes Ergebnis. Angesichts der Corona-Pandemie sind diese vorgenannten Entwicklungen auch an dieser Stelle mit erhöhter Unsicherheit behaftet. Jedoch sehen wir unsere Genossenschaft durch die breite Diversifizierung, unsere Geschäftsstellen, unser umfassendes Angebot für Firmen- und Privatkunden unseres Hauses als gut aufgestellt, um einerseits die Folgen der Pandemie abzumildern und andererseits vor allem den Erwartungen unserer Kunden gerecht zu werden. Dabei helfen uns auch die Möglichkeiten der Digitalisierung und die Erweiterung der Beratungsmöglichkeiten über „VR@easy“.


Weiden, im Juni 2021
Der Vorstand

zur graphischen Darstellung

Jahresbilanz zum 31.12.2020 inklusive GuV

Information des Aufsichtsrates

Liebe Mitglieder,

sehr geehrte Kunden und Geschäftspartner,

 

der Aufsichtsrat hat im Berichtsjahr die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben erfüllt. Er nahm seine Überwachungsfunktion wahr und traf die in seinen Zuständigkeitsbereich fallenden Beschlüsse. Dies beinhaltet auch die Befassung mit der Prüfung nach § 53 GenG. Weiter hat der Aufsichtsrat den gesonderten nichtfinanziellen Bericht nach § 289b HGB geprüft.

 

Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers überwacht. Insbesondere beinhaltete die Überprüfung, dass keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen von Personen, die das Ergebnis der Prüfung beeinflussen können, erbracht wurden. Bei zulässigen Nichtprüfungsleistungen lagen die erforderlichen Genehmigungen vor.

 

Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat in zehn Sitzungen über die Geschäftsentwicklung, die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie über besondere Ereignisse. Darüber hinaus stand der Aufsichtsratsvorsitzende in einem engen Informations- und Gedankenaustausch mit dem Vorstand.

 

Der vorliegende Jahresabschluss 2020 mit Lagebericht wurde vom Genossenschaftsverband Bayern e.V. geprüft. Über das Prüfungsergebnis wird in der Vertreterversammlung berichtet.

 

Den Jahresabschluss, den Lagebericht und den Vorschlag für die Verwendung des Jahresüberschusses hat der Aufsichtsrat geprüft und in Ordnung befunden. Der Vorschlag für die Verwendung des Jahresüberschusses entspricht den Vorschriften der Satzung.

 

Der Aufsichtsrat empfiehlt der Vertreterversammlung, den vom Vorstand vorgelegten Jahresabschluss zum 31.12.2020 festzustellen und die vorgeschlagene Verwendung des Jahresüberschusses zu beschließen.

 

Der Aufsichtsrat spricht dem Vorstand und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie dem Betriebsrat seinen Dank für die geleistete Arbeit aus.

 

Weiden, 21. Juni 2021
Der Aufsichtsrat