Frohe Weihnachten für jeden ermöglichen

Kinderschutzbund Tirschenreuth organisiert auch in diesem Jahr die Aktion "Wunschsterne"

Viele Menschen können mit dem Wunsch "Frohe Weihnachten" aus verschiedenen Gründen nicht viel anfangen. Doch der Kinderschutzbund Tirschenreuth ermöglicht auch dieses Jahr zumindest ein paar Familien mehr Frohe Weihnachten.

Es gibt viele Gründe, warum Menschen die Weihnachtszeit nicht genießen können. Die Einen haben in der Zeit sehr viel Stress, die Anderen tun sich schwer Geschenke zu finden. Und für nicht Wenige ist die Weihnachtszeit auch eine Belastung für den Geldbeutel, die aber für die Kinder, oder die Liebsten gerne in Kauf genommen wird. Es gibt jedoch auch bedürftige Familien, die ihren Kindern nicht einmal ein Geschenk ermöglichen können. Für diese Familien gibt es im Landkreis Tirschenreuth seit zwölf Jahren die Aktion "Wunschsterne". Die Auftaktveranstaltung dazu fand in diesem Jahr in der Filiale der Volks- Raiffeisenbank in Tirschenreuth statt. Zu Gast waren verschiedene Bürgermeister aus dem Stiftland als Schirmherren, Mitarbeiter der Volks- Raiffeisenbank, und Mitglieder des Kinderschutzbund Tirschenreuth. Die Begrüßung übernahm der Filialleiter der Volks- Raiffeisenbank Tirschenreuth, Helmut Wolfrum. Bürgermeister Franz Stahl wurde ebenfalls gebeten ein paar Worte an die Anwesenden zu richten. Er bezeichnete die Aktion als Tradition und Institution.

Ursprünglich ging die Initiative vom Kinderschutzbund Tirschenreuth aus, und wurde vor zwölf Jahren von der pensionierten Lehrerin und Vorsitzenden des Kinderschutzbund Tirschenreuth Inge Pannrucker ins Leben gerufen. "Bei mir standen schon immer schwache Menschen im Mittelpunkt, und durch meine Arbeit als Lehrerin habe ich gemerkt, dass in finanzschwachen Familien für Weihnachten Hilfe benötigt wird", sagt die Vorsitzende des Kinderschutzbundes. Sie ist es seitdem auch, die immer wieder auf Organisationen und Menschen zugeht, und diese für ihre "Wunschsterne"-Aktion begeistert. Zu Beginn suchte sie sich Unterstützung von den Kreditinstituten im Stiftland. Bei Helmut Wolfrum, Zweigstellenleiter der Volks- Raiffeisenbank in Tirschenreuth, stieß sie damit auf offene Ohren: "Frau Pannrucker kam auf mich zu, und fragte, ob die Volks- Raiffeisenbanken ein paar Sterne für ihre Weihnachtsaktion verteilen könnte, und mir war klar, dass wir da helfen wollen." Auch die Sparkasse war leicht für die Initiative zu gewinnen. Des Weiteren beteiligen sich caritative Organisationen wie die Lebenshilfe, die Caritas, Jugendämter, die Schwangerenberatung, der Spielkreis Asyl und die Tafel. Es gibt eine "Wunschstern"-Aktion im Stiftland und in der Erbendorfer Umgebung, wo sich hauptsächlich die Caritas zusammen mit den Geldinstituten engagieren. Im Stiftland findet die Aktion in den Städten Tirschenreuth, Mitterteich, Waldsassen, Wiesau, Bärnau, Plößberg und Falkenberg statt. Die Bürgermeister der jeweiligen Orte sind als Schirmherren tätig.

Bei der Aktion werden zunächst von den caritativen Organisationen gelbe Papiersterne an die Kinder bedürftiger Familien verteilt. Diese schreiben darauf ihre Namen, Wohnort, und einen Wunsch. Anschließend werden die sternförmigen Wunschzettel den Geldinstituten übergeben. Dort hängen die Sterne ab dem 1. Dezember an einem Weihnachtsbaum, und können von privaten Spendern abgeholt, und erfüllt werden. Bis zum 13. Dezember müssen dann die erfüllten Wünsche weihnachtlich verpackt wieder in den Sparkassen und Volks- Raiffeisenbanken sein. Schließlich versuchen sich die Organisationen als Christkind oder Weihnachtsmann, und bringen die Geschenke rechtzeitig bis Weihnachten zu den bedürftigen Familien. Insgesamt sollen in diesem Jahr so 180 Wünsche erfüllt werden.

Unter den Geschenken befinden sich beispielsweise Bücher, Schülerduden oder verschiedene technische Geschenke, wie ein ferngesteuertes Auto. Doch auch Kleidung kommt bei den bedürftigen Kindern nicht zu spät, und ein Mädchen wünschte sich gar ein Kleid. Inge Pannrucker ist im Falle, dass private Spender keine Zeit haben ein Geschenk zu kaufen auch für Geldspenden dankbar. "Mit dem Geld werden dann eventuell übrig gebliebene Wünsche erfüllt", meint die Vorsitzende des Kinderschutzbundes. Angst darum, dass die Geschenke nicht bei den bedürftigen Familien ankommen würden, müsse man sich nicht machen. Dafür sorge, die von ihrer Aktion überzeugt, Inge Pannrucker schon. Besonders wichtig ist ihr aber, dass alle Geschenke von den privaten Spendern zunächst dorthin gebracht werden, wo die Wunschsterne auch abgeholt wurden.

Laut der Initiatorin der Aktion bedanken sich die beglückten Kinder eher selten bei ihr, weil die Erziehung dazu oftmals zu schlecht sei. Und so erzählt sie von einer Geschichte die ihr in Erinnerung blieb: "Letztes Jahr hat sich eine Mutter bedankt. Ihr Sohn hatte das Paket noch nicht aufgemacht, weil es so schön ist." Die leuchtenden Augen der Kinder seien ihr genug Dank.