Altbayerisches Adventssingen in St. Georg

Es gibt nicht viele Veranstaltungen in der Kreisstadt, die sich konstant über die Jahre eines dermaßen großen Besucherandrangs erfreuen. Da stellt sich die Frage nach dem Erfolgsrezept des Altbayerische Adventssingens.
Sicherlich gehört der stimmungsvolle Rahmen der Stadtpfarrkirche mit ihrem adventlichen Schmuck dazu. Mesner Josef Gleissner hatte dafür viel Zeit aufgewendet. Aber auch das durchdachte Programm von Filialdirektor Bertram Erhardt trägt zum Erfolg des Adventssingens bei.
Schließlich ist es die Volksbank Nordoberpfalz, die zu der ausgewogenen Folge aus Musik und Texten einlädt. Es entsteht die Ruhe und Besinnlichkeit, nach der sich die Besucher wohl so sehnen. Nachdenklichkeit aber auch Heiterkeit haben ihren Platz. So erscheint ein gemeinsamer Grundton mit vielen Variationen.
Zu jedem guten Adventssingen gehört der Gesang. Das Trio "Z'samm g'stimmt" überraschte nicht nur mit Stimmglanz, Dynamik und Harmonie, sondern auch mit Liedern in teils dramatischem Gewand ("A Liacht is aufkemma"). Aber auch das freudig überzeugte Lob der Gottesmutter beherrschten die drei Sängerinnen.
Die allseits bekannten Neustädter Turmbläser erfüllten St. Georg mit voluminösen und hymnischen Klängen. Auf diese Weise waren die "Riederner Weis", aber auch der harmonisch abwechslungsreiche Satz des uralten Adventsliedes "Maria durch ein Dornwald ging" bei den Bläsern in besten Händen.
Im Gegensatz dazu positionierte sich die Harfe ganz am anderen Ende der Dynamikskala. Martina Engelhard verstand es, mit einem Landler von Tobi Reiser oder einem Menuett aus Sachrang so viel Ruhe in den Raum zu zaubern, dass auch annähernd aller Husten verschwand.

Auch die Königin der Instrumente verbot sich das ungestüme Brausen und präsentierte lieber ihre unendlich farbenreichen Klänge beispielsweise im Andachtsjodler. Harald Bäumler bot ihn an der Jann-Orgel in verschiedenen Variationen dar. Als weitere Gesangsgruppe nahm sich, begleitet von dem Akkordeonisten Thomas Schmidt, der "Irta-Zwoagsang" in einfühlsamer und bewährter Weise des klassischen "Rorate" sowie auch des auffordernden Liedes "Auf, auf es is scho Tag" an.

Klassisch anmutende Weisen in modernerem Gewand musizierte die Gruppe "Andrersaits". Sie erfüllte so ganz die durch den Namen erweckten Erwartungen. Mit wechselnden Instrumenten erklangen ausgewogen und sicher die "Auer Weis" und die "Immenstädter Flötenuhr".

Als Bindeglied zwischen den musikalischen Genüssen fungierte Günter Alois Stadler mit abwechslungsreichen Texten. Klar moduliert und mit bester Textverständlichkeit transportierte er die vielen verschiedenen Stimmungen von nachdenklich bis absolut erheiternd.
Die Bürgerstiftung der Volksbank Nordoberpfalz freute sich über die Spenden, die dem Gemeinwohl wieder zu Gute kommen. Dieser Abend wird lange nachklingen - am besten bis zur Neuauflage im nächsten Jahr.

Quelle: Der Neue Tag / Onetz.de