Volksbank Raiffeisenbank Nordoberpfalz eG legt Bilanz vor – „Starkes Wachstum und stabiles Ergebnis“

Bilanzpressekonferenz

Die Vorstände der Volksbank Raiffeisenbank Nordoberpfalz eG stellten am Dienstag nach Ostern den Jahresabschluss 2021 vor.

Die globale Momentaufnahme mit Krieg, Corona-Pandemie und Klimawandel verböten zwar  eine Euphorie über nackte Zahlen, aber wir dürfen uns 2021 über ein überdurchschnittliches Wachstum und ein stabiles, zufriedenstellendes Ergebnis freuen, so Bernhard Wolf, der Vorstandssprecher der Genossenschaft. Damit erweise sich die Bank als Stabilitätsanker, die Privatkunden und Mittelstand auch in schwierigeren Zeiten umfassend begleitet und damit ihrem Förderauftrag gerecht wird.

Die Entwicklung 2021

Die Bilanzsumme stieg 2021 um 10% auf 3,89 Mrd. €. Wolf verwies darauf, dass die Bank damit in den letzten 5 Jahre (seit Fusion 2017) um über 1 Mrd. € gewachsen ist. Dies zeige eindrucksvoll, den Kundenzuspruch und die Verwurzelung als Regionalbank in der nördlichen Oberpfalz. Nach der bundesweit agierenden Liga-Bank in Regensburg ist die Volksbank Raiffeisenbank damit nach wie vor die zweitgrößte Genossenschaftsbank in der Oberpfalz. „Unter den bayerischen Geno-Banken nehmen wir den 8. Rang ein. Natürlich ist Größe an sich kein Wert und schon gleich kein Maßstab für Erfolg. Aber sie hilft uns die Aufgaben der  Digitalisierung  und der Regulatorik mit ständig steigenden Eigenkapitalanforderungen zu bewältigen und dabei im Sinne der Kunden und Mitarbeiter aktiv zu handeln, statt nur zu reagieren“. So habe die Bank auch 2021 beträchtliche Investitionen für die Zukunft getätigt, v.a. für die IT-Ausstattung und IT-Infrastruktur und den Umbau von Geschäftsstellen in Beratungsfilialen.

 

Bei den Kundeneinlagen legte die Bank um über zehn Prozentpunkte auf jetzt über 2,87 Milliarden Euro zu. Und auch die Kundenkredite stiegen um mehr als sechs Prozentpunkte auf fast 2,39 Milliarden Euro. „Unsere Kundennähe und die Expertise unserer Berater*innen zeigt sich auch bei den ausgereichten Fördermitteln der KfW und LfA“, betonte Thomas Ludwig. 110 Mio. € an staatlichen Förderkrediten habe dien Bank an ihre Kunden weitergeleitet. „Mit unserem Anspruch an kurze Wege und schnelle Entscheidungen vor Ort konnten wir sowohl viele von der Corona-Pandemie betroffene Unternehmen stützen als auch die Kunden bei wichtigen Wachstumsinvestitionen und Bauvorhaben qualifiziert begleiten“.

 

Die tschechische Niederlassung in Eger mit den Standorten Karlsbad und Pilsen konnte ebenfalls ein gutes Kreditwachstum verzeichnen.

Unser Warengeschäft war im Jahr 2021 bezogen auf Umsatz und Ertrag sehr erfolgreich, fasste Th. Wirth zusammen. Die 6 Sparten Agrar, Technik, Energie, Baustoffe, SB-Märkte und Reifencenter erzielten einen Umsatz von 56 Mio. €.. Mit dem Erwerb der Fa. Völker -Baustoffzentrum in Selb zum 1.1.2022 werde man das Warengeschäft weiter ausbauen.

Auch 2021 standen Immobilien hoch im Kurs. Mit unserer City Immobilien GmbH sind wir   Marktführer bei Immobilienvermittlungen in der Nordoberpfalz, bestätigte Th. Wirth. Die 100%ige Tochtergesellschaft erreichte Umsatzerlöse von 2,0 Mio. € bei einem verbrieftem Kaufpreisvolumen von 38 Mio. €.. Das Angebot digitaler 360 Grad Besichtigungen ist bei den Kunden sehr beliebt. Die Dienstleistungspalette umfasst inzwischen auch die Erstellung von zertifizierten Gutachten, Marktwertschätzungen und die Erstellung von Energieausweisen.

 

Das Gesamtbetriebsergebnis 2021 in Höhe von 28,1 Mio. € liegt über den Erwartungen. Wir bedanken uns bei allen unserer 103.044 Kund*innen und 47. 151Mitgliedern für das Vertrauen und den Zuspruch, betonte B. Wolf. Er unterstrich, dass dieses Ergebnis nur möglich war, weil sich die Genosseschaft auf ihre Mitarbeiter*innen zu 100% verlassen konnte. „Wir durften eine enorm hohe Loyualität und einen beeindruckenden Zusammenhalt erleben“. Nur dadurch sei es möglich gewesen, die Herausforderungen der Corona-Pandemie so gut zu bewältigen.
„Dank des Ergebnisses 2021 können wir der Vertreterversammlung wieder die Auszahlung einer Dividende von 2% auf die Geschäftsguthaben vorschlagen. Damit dürften wir in der Oberpfalz im Spitzenfeld liegen“. Zur Entwicklung unserer Region beitragen, ist uns eine Herzensangelegenheit. Das Ergebnis 2021 führe zu Steuerzahlungen von etwa 8,2 Mio. €, wovon 3,8 Mio. € als Gewerbesteuern an die Orte fliessen, in denen die Bank mit Geschäftsstellen vertreten sei. „Dazu kommt die Tatsache, dass wir für unsere Investitionen möglichst regionale Handwerker und Unternehmen beauftragen, ergänzte Th. Ludwig. „Mit einer Spendensumme von 265 T€ aus der Bank und unserer eigenen Bürgerstiftung haben wir soziale, karitative Einichtungen in unserem Geschäftsgebiet unterstützt“.

 

Testsieger bei Kundenspiegel und Gewinn des ZWF-Innovationspreises


Th. Ludwig und Th. Wirth zeigten sich stolz über 2 Auszeichnungen, die die Bank im letzten Jahr erhalten habe. So habe  man bereits zum 8. Mal im Folge beim Weidener Kundenspiegel den 1. Platz belegt. Für die inzwischen erfolgreich eingeführte Online-Beratung „vr-easy“ haben wir den Innvoationspreis des bayerischen Genossenschaftsverbandes erhalten, erzählten die beiden Vorstände stolz.. „Ob bei uns in der Filiale, oder zu Hause auf dem Balkon oder Wohnzimme“ -unsere Kund*innen erhalten inzwischen die gleiche qualifizierte, individuelle Beratung über die verschiedenen Zugangswege“.

 

Nachhaltigkeit

Verstärkt nachgefragt wurden Geldanlagen mit Nachhaltigkeitsbezug. Viele Kunden möchten ihr Geld sinnvoll und langfristig in eine Geldanlage investieren, die ökologische, soziale und ethische Kriterien berücksichtigt. Kredit- u. EC-Karten, die neu ausgegeben werden, sind zu 100% aus recyceltem Plastik hergestellt Wir beschäftigen uns als Genossenschaft seit jeher intensiv mit nachhaltigem Wirtschaften, erläuterte R. Lukas. „Der proaktive Umgang mit den Themenfeldern „Umwelt, Soziales und Unternehmenskultur“ ist uns sehr wichtig“. Wir begleiten unsere Unternehmenskunden bei der Transformation von Geschäftsmodellen.“

 

100.000 € für die Opfer und Flüchtlinge des Ukraine-Krieges

Die schrecklichen Bilder aus der Ukraine waren Anlass einer gemeinsamen Spendenaktion der Genossenschaftsbanken in Bayern. Für die Volksbank Raiffeisenbank Nordoberpfalz war klar sich diesem Aufruf anzuschließen - zunächst mit einer Spende von 50.000 € für örtliche Einrichtungen, die sich um die Opfer und Flüchtlinge des Ukraine-Krieges kümmern  und darüber hinaus mit einer weiteren Unterstützung  in Höhe von 50.000 €. Mit diesem Budget werden leerstehende bankeigenen Wohnungen im Raum Weiden mit Küchen und Mobiliar ausgestattet, in denen Geflüchtete eine erste Unterkunft finden. Ergänzend dazu wird monetäre Unterstützung für erste Anschaffungen geleistet. Solidarität ist eine der Wurzeln der Genossenschaftsidee. R. Lukas: Von daher ist es für uns eine Sellbstverständlichkeit hier zu helfen und die Not wenigstens ein klein wenig zu lindern.

Sparerfreibetrag neu gestalten

B. Wolf erläuterte, warum die bayerischen Volks- u. Raiffeisenbanken eine Reform des Sparerfreibetrages fordern. Angesichts der zuletzt stark steigender Inflationsraten seien  steuerliche Entlastungen für Sparerinnen und Sparer geboten. Dazu regte der Vorstandsprecher an, den Sparerpauschalbetrag, mit dem Kapitaleinkünfte bis zu einer Grenze von 801 (Alleinstehende) respektive 1602 Euro (Verheiratete) steuerfrei sind, zu reformieren. Konkret sollten Steuerzahler die Möglichkeit erhalten, nicht genutzte Sparerfreibeträge über mehrere Jahre anzusammeln. Das passe besser zum heutigen Anlageverhalten der Sparerinnen und Sparer, die weniger in klassischen Anlageprodukten wie Spar- und Termineinlagen sparen und stattdessen verstärkt in Aktien und Anleihen zum langfristigen Vermögensaufbau investieren.  Dies setzte wichtige Anreize für den Aufbau einer Altersvorsorge. Es könne nicht sein, dass der Staat jährlich die Beitragsbemessungsgrenzen und andere Parameter nach oben anpasse, den Sparerfreibetrag aber nun seit 13 Jahren bei 801€ bzw. 1602 € belassen habe.

 

Ausblick

 

Trotz der geopolitischen Lage und den vielen Herausforderungen blicken die Vorstände mit einem gesunden Optimismus in die Zukunft. Sie erwarten auch für 2022 eine zufriedenstellende Entwicklung. 

Im Jahr 2023 kann das 100-jährige Jubiläum gefeiert werden. Zu den besonderen Ereignissen   gehört auch die Wiedereröffnung und Einweihung der Hauptstelle im Herzen Weidens.

 

 

 Das Geschäftsjahr 2021 in Zahlen:

  • 103.044 Kundinnen und Kunden
  • 47.151 Mitglieder
  • Bilanzielles Kreditvolumen + 139 Mio. (+ 6,1%) auf ca. 2,39 Mrd. EUR
  • Bilanzielle Kundeneinlagen + 263 Mio. (+ 10,1%) auf ca. 2,87 Mrd. EUR
  • Bilanzsumme + 355 Mio. (+ 10,0 %) auf 3,89 Mrd. EUR
  • Betreutes Kundenvolumen + 657 Mio. (+ 9,7%) auf über 7,38 Mrd. EUR
  • Warenumsatz von 56 Mio. EUR
  • 679 Mitarbeiter(innen), davon 117 im Geschäftsbereich Ware und 49 in Tschechien
  • 41 Auszubildende in 7 verschiedenen Ausbildungsberufen